Was hier mit Kunst und Leben gemeint ist

Kunst & Leben |

Hier finden sich vor allem als Filmkritiken getarnte philosophische Essays sowie Essays zum Thema Kunst irgendwo zwischen Feuilleton und Philosophie.

Nach meinem Dafürhalten ist ein guter Film einer, der mir etwas über das Leben erzählt, dabei in mir bereits schlummernde Vorverständnisse bedient und mein Wissen erweitert, sei es nur durch die Beleuchtung von Altbekanntem in ungewohntem Lichte.

Unter Leben sind eher implizite denn völlig klare und oberflächliche Details zu verstehen. Um in diesem Sinn als gut zu gelten, reicht es also nicht aus, sich mit dem Cappuccino-Trinker im Film als selbst auch Cappuccino-Trinker zu identifizieren. Der Film muss etwas nicht ganz so Offensichtliches offenlegen, dies aber nicht zwingend auf eine offensichtliche Weise, sondern so, dass der Zuschauer die Lücken, Brüche usf. selbständig füllen kann. Hiesige Filmessays sind der Versuch, diesen Verstehensprozess nachzuzeichnen. Es sind insofern keine klassischen Filmkritiken, insbesondere kommt es nicht zuvörderst auf die Einordnung eines Films in die Filmgeschichte/Filmszene an, auch wird es keine detaillierten Analysen bestimmter Techniken zu lesen geben. Der Film bildet vielmehr den Nährboden für eigene Gedanken. Die so vorgenommene Verknüpfung ist mit der zarten Hoffnung verbunden, die in den Essays umrissenen Gedanken mögen, zusammen mit den eigenen Assoziationen des Lesers, die dieser als Filmzuschauer hat, klarer verstanden werden und der Zugriff auf sie möge erleichtert sein.

Die hier vorgetragenen Interpretationen erheben natürlich keinen Anspruch auf Ausschließlichkeit. Es geht immer nur um einen oder wenige Aspekte, die zu einem kleineren oder größeren Gedankengebäude ausgebaut werden. Den Gehalt der Kritiken eint dabei, dass sie alle in einem weiteren Sinne philosophisch sind, weit insofern, als (entgegen der vorherrschenden Meinung über die Philosophie, auch unter vielen Philosophen) unter dem hier vertretenen Begriff der Philosophie vor allem auch solche gedachten Zusammenhänge fallen, die implizite Strukturen des Lebens offenlegen, nicht aber zwingend irgendwie wissenschaftlich bearbeit- oder gar beweisbar sein müssen.

Als Plattform für meine Essays wähle ich gerade den Film aus mehreren Gründen. Er ist die wohl populärste Form der Kunst unserer Zeit und indem ich die ihm innewohnende Philosophie expliziere, kann ich hoffentlich die Tatsache veranschaulichen, dass Philosophie nicht etwa tot ist, sondern überall, selbst in vermeintlich banalen Konsumgütern wie Blockbuster-Filmen und die meisten sie nur nicht mehr wahrnehmen.

Was man hier nicht lesen wird, sind Verrisse. Das bedeutet, dass jeder der hier besprochenen Filme mindestens sehenswert und es vor allem wert ist, dass über die in ihm schlummernden Gehalte reflektiert wird. Schließlich beinhalten die Kritiken natürlich Spoiler und bringen, sofern man sich der von mir erhofften Anschlussfähigkeit erfreuen will, nur dem etwas, der den Film gesehen hat. Mit dem philosophischen Gehalt kann man natürlich gerne auch etwas ohne den Film anfangen.