ansichten eines comedians, der liedermacher genannt werden will

Gedichte/Lieder, Literatur |

 

witz witz überschallend zart im abklang

hm wo sind wir hingeraten mit den idealen

unsrer jugend den idealen aller menschen

alles abgetragen erosion der vielen vielen

menschen auf der welt sie werden immer mehr

und alle wollen witz nur witz der rest

war schon längst da wird wieder kommen

war immer da wir fliehn nach außen

immer mehr nach außen immer weiter weg

haben die wirklich so falsch

gelegen damals ohne menschenrechte, würde, gott

alles was bleibt von dem was mich interessiert

ist ein bittrer nachgeschmack am ende wenn

die menge bereits abgelacht hat und im klatschen

vergeht plätschern die botschaft die welt die nicht

verändert werden kann und will und wer was will

kann nicht verändert werden oder will in eine

andere zeit an einen andren ort?

 

ich sage wahrheiten als der vorhang schon zuwischt

und die verträge längst gezeichnet sind

und die jacken taschen wieder übergestülpt

und das lieblingsprogramm daheim wartet

und sich reproduziert wird pflichtgemäß

ich bleib allein zurück auf dem piano eine

flasche rotwein die ich trinke tieftrauernd

neben den nett gemeinten apfelspalten

obwohl ich

nie kontakt zur welt hatte nie zuvor den süßlichen

flaum eurer zweisamkeit schmecken durfte

ich stelle ihn mir vor wie feigen mit hauchdünnem schinken

bald süß ungenießbar umschimmelt grünlich

 

Dieses Gedicht entstammt dem Gedichtband Flieh in die Welt