Marlenes Geburtstag

Gedichte/Lieder, Literatur |

 

in einem See von Schuld verschmolzen

tief fallend niemals mehr ein boden

exekutiert man mich in feinen nebelschwaden

flüsse des blutes rinnen pappig aus meiner stirn

und mein bewusstsein kommt mir abhanden

ist das einzige was zu tun noch im stande

ich bin undenkend da mein kopf rotkörnig

am geländer hängend fehlt

die attentäter sind schon längst entschwunden

dir meine raumzeitlos nun dahinschwindende liebe

zu gestehen und alles wofür ich je da war

rotkörnig bist du mein körper der triefig zu

sammensackt bist du für immer und nie nur du

 

als ich zittrig vom weißen geländer heruntersehe

keiner mehr wach der see ist ganz ruhig

dunstüberzogen fließen bloß schemen von etwas

aus dem leise dahinplätschernden wasser

und du schläfst drinnen so schön und

manchmal nur zuckst du hoch und tastest

schnurrig nach mir ich halte mich fest ganz

fest am weißen geländer die rote decke

des tisches funzelt nur schwach im augenwinkel

nein heute springe ich nicht meine Liebe morgen

müssen wir wieder Leben meine Liebe

 

Dieses Gedicht entstammt dem Gedichtband Flieh in die Welt